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Brauchtum im Rosengartengebiet
Unter dem Wort Brauchtum versteht man die Gesamtheit der volkstümlichen Gepflogenheiten einer Landschaft, einer gewissen Zeit bzw. einer Dorfgemeinschaft.
Viele Bräuche sind im Laufe der Zeit verloren gegangen. Tiers macht diesbezüglich keine Ausnahme. Doch es darf gesagt werden, dass sich manches länger gehalten hat, als in den verkehrsoffenen Orten.
Brauchtum hängt sehr stark mit dem christlichen Glauben zusammen und so sind die meisten Bräuche christlichen Ursprungs. |
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Der moderne Mensch ist es längst gewohnt das Jahr mit den 1. Januar zu beginnen und zu Silvester ausklingen zu lassen. Die Bauern aber, und Tiers kann seine bäuerliche Ursprünglichkeit nicht leugnen, haben ihr Arbeitsjahr mit dem Lichtmesstag, den 2. Februar begonnen.
Am Lichtmesstag kommt das Volk in die Kirche, um Kerzen weihen zu lassen. Früher fand am Lichtmesstag der Dienstbotenwechsel statt, das „Schlenggeln“. Da ging es oft recht lustig her.
Am darauf folgenden Tag wird in der Kirche der St. Blasiussegen, vorbeugend gegen Halsweh, erteilt.
Im Februar sind wir schon mitten in der Fastnacht. In der älteren Literatur geht noch die Rede vom Brauch, laut dem man am Faschingsdienstag den Palmbesen eingeholt und zu Asche verbrannt hat. Früher glaubte man mit dem Feuer der noch immer zaghaften Sonne zu helfen, den Winter zu vertreiben.
Heute ist Fasching die närrische Zeit im Jahr. Am Unsinnigen „Pfinsti“ (Donnerstag) wird jedes Jahr „Kinderfasching“ abgehalten.
Als Gegenstück zum närrischen Treiben hat ein Kapuzinerpater schon im 17. Jahrhundert in Mailand das 40-stündige Gebet eingeführt. Auch in Tiers hat sich diese fromme Übung schon früh eingebürgert und bis heute noch erhalten.
Auf die närrische Zeit folgt nach dem Vorbild Jesu die Fastenzeit, die vom Aschermittwoch angeführt wird. Den Kirchgängern wird ein Kreuz mit geweihter Asche aufs Haupt gezeichnet.
Den Höhepunkt der Fastenzeit bildet der Palmsonntag mit seiner Palmprozession, wobei jemand aus der Familie einen Palmbesen zur Weihe trägt. Palmzweige werden im „Herrgottswinkel“ im Haus angebracht. Der Brauch, diese Zweige bei aufkommenden Gewittern im Herdfeuer zu verbrennen, ist auch in Tiers üblich.
Das Ostereierfärben ist ein uralter Brauch. Zu Zeiten größeren Sparsinnes hat man in Tiers die Eier mit Zwiebelschalen gefärbt und mit Blättern oder Gräsern „eingebunden“. Arg nachgelassen hat der Brauch des „Heckens oder Peckens“ mit den Ostereiern daheim, im Gasthaus oder auf dem Kirchplatz. Früher haben die Mädchen ihren Liebhabern ein Ei geschenkt. Oft waren Liebeserklärungen darin eingeritzt. |
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Nach altem Liturgischen Brauch werden am Gründonnerstag die Kirchenglocken zum letzen Mal geläutet, um dann bis zum Karsamstag zu schweigen. Den Kindern sagte man, sie seien nach Rom geflogen. An ihre Stelle treten die Ratschen, das sind hölzerne Lärminstrumente. |
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Die nächste Prozession findet am Herz-Jesu-Sonntag statt. Am Abend werden dann an gut sichtbaren Stellen die Herz-Jesu-Feuer entzündet, als Gedenken an die Tiroler Freiheitskriege.
Im Mai findet auch der Almauftrieb auf die Niederwoaden, dem Wunleger, Geisbödele und auf Plafötsch statt, wo die Tiere dann für 6 Wochen bleiben. In der ersten Julihälfte treibt man das Jungvieh dann auf die Hochalmen Hanickerschwaige und Baumannschwaige. Die Schafe hingegen kommen den Sommer über auf das Tierser Alpl.
Der Almauftrieb erfolgt nach altem Brauch nie an einem Donnerstag.
Am 13. August findet alljährlich der Schlernkirchtag statt. Viele Einheimische, aber auch Gäste pilgern unter Begleitung eines Priesters und einer Abordnung der Musikkapelle zum Kassianskirchlein auf dem Schlern, wo eine Messe stattfindet. |
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Ende September findet der Viehabtrieb auf die Niederwoaden statt, wo dann die Tiere bis Ende des Monats bleiben. Der endgültige Abtrieb wird mit einem Fest gefeiert.
Am Rosenkranzsonntag wird mit einer feierlichen Prozession das Erntedankfest gefeiert. Eine sorgfältig gebaute Erntedankkrone trägt man beim Umgang mit.
Der Herbst ist die Zeit des Törgellens. Der neue Wein wird in den Höfen verköstigt. Dazu gibt es Schweinernes mit Kraut und anschließend gebratene Kastanien und Krapfen. Dabei geht es bei Tanz und Musik oft recht lustig zu. |
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Allerheiligen ist das Fest der Toten. Zum letzten Mal im Jahr werden die Gräber mit Blumen und Kerzen geschmückt und die vielen Gläubigen gedenken bei der dreimaligen Umkreisung der Kirche ihrer Verstorbenen.
Die Heldenverehrung findet am Seelensonntag statt.
Wie zu Ostern erfreuen sich die Kinder die Patengeschenke, die diesmal in besseren Gebilds-Broten (Hase oder Henne) bestehen. Durch den steigenden Wohlstand sind die Geschenke im Laufe der Zeit umfangreicher geworden.
Martini, das Fest des Hl. Martin, wird mit einem Laternenumzug der Kinder begangen.
Am Tag der Hl. Cäcilia, der Patronin von Musik und Gesang, findet jedes Jahr die Cäcilienmarende der Musikkapelle und der Sänger statt, die das ganze Jahr mit ihrer Musik die Festlichkeiten im Dorf umrahmen.
Der Advent sollte die Zeit der Stille sein. Der um 1860 in Hamburg eingeführte Adventskranz fehlt in keiner Familie. Früher war der Advent mit strengem Fasten verbunden, was sich mit der Zeit gelockert hat.
Am Krampustag, den 5. Dezember, werden die Kinder beschenkt. Früher, als Weihnachten noch nicht als das Fest der Beschenkungen galt, legte man am Nikolausabend den Kindern allerlei Brauchbares hin: Socken, Handschuhe, Mützen und Äpfel, die vorher mit dem Nachbarn getauscht wurden, damit sie die Kinder nicht als die aus dem eigenen Garten erkannten.
Am 24. Dezember feiern wir Weihnachten, das Fest der Geburt Christi. Schon Tage vor dem Heiligen Abend wird in der Stube die Krippe aufgestellt. Festlich geschmückte Weihnachtsbäume gibt es auf jedem größeren Dorfplatz und in jeder Stube.
Von der Bescherung am Heiligen Abend wusste man früher nichts. Wer irgendwie abkömmlich ist besucht auch in Tiers die Christmette. Der „Christtag“ selbst gilt der Beschaulichkeit, dem Kirchenbesuch, sowie der Ruhe und Besinnung in der Familie. |
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Am darauf folgenden „Stefanstag“ wird Salz und“Stefanswasser“ geweiht, das man mit dem „Künigenwasser“ beim Räuchern am Vorabend des Dreikönigtages über die Felder, in Haus und Hof versprengt. Gleichzeitig wird auf die Haustür ein K-M-B und die Jahreszahl geschrieben.
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Die Tierser Tracht
Erfreulicherweise ist im Gemeindegebiet von Tiers die Freude an der heimischen Tracht bis auf den heutigen Tag erhalten geblieben. Es gibt viele Anlässe, bei denen die Tracht noch getragen wird.
Zum Beispiel bei den verschiedenen Prozessionen, wie Fronleichnam, Herz- Jesussonntag und natürlich dem Tierser Kirchtag, am 23. April. Es ist ein buntes Spiel von Farben und man liest es den Leuten aus dem Gesicht, dass sie ihre Trachten voller Freude tragen. |

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Das Wetter in Tiers |
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